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Die Vasektomie bei abgeschlossenem Kinderwunsch

Die Vasektomie ist ein risikoarmer Eingriff, der ambulant durchgeführt wird. Zunächst wird dabei die Region des Hodensackes schmerzunempfindlich gemacht, d.h. narkotisiert. Nun gibt es zwei Optionen, um an die Samenleiter zu gelangen: die konventionelle Methode oder die No-Scalpel Vasektomie. Welche der beiden Operationstechniken angewendet wird, wird im Vorfeld zwischen Arzt und Patient besprochen.

Aus medizinischer Sicht unterscheiden sich die Techniken kaum voneinander und kommen zum gleichen Ergebnis. Nachdem die Haut am Hodensack nun entweder mittels Skalpell (konventionell) oder mithilfe spezieller Klemminstrumente (No-Scalpel Vasektomie) minimal geöffnet wurde, um die Samenleiter zu erreichen, werden diese etwas herausgehoben, um für den Operateur gut greifbar und sichtbar zu sein. Es soll nun ein Stück von ihnen entfernt werden, um die Verbindung zwischen Nebenhoden und Harnröhre zu kappen. Im Nebenhoden nämlich werden die Samenzellen produziert. Vom Nebenhoden aus nehmen sie den Weg auf durch die Prostata bis hin zur Harnröhre. Dort haben sie sich inzwischen mit Sekreten zur sogenannten Samenflüssigkeit vermischt und können während einer Ejakulation in den Körper der Frau gelangen, um eine Eizelle zu befruchten. Ist der Transportweg aber durch das Durchtrennen der Samenleiter unterbrochen, können sie diesen Weg nicht zurücklegen. Der Mann ist also nicht mehr in der Lage Kinder zu zeugen. Damit sich die Samenleiter nicht wieder verbinden können, werden deren offene Enden während des Eingriffs entweder elektronisch verödet oder umgeschlagen und abgebunden. Bevor die Wunde verschlossen wird, werden die Samenleiterenden in unterschiedliche Gewebsschichten gelegt.

Die Operation ist damit abgeschlossen, der Prozess der Sterilisation allerdings noch nicht. Es ist zu diesem Zeitpunkt wichtig zu beachten, dass der Mann direkt nach der Operation immer noch Kinder zeugen kann. Zunächst muss sich der Patient von der Operation erholen, indem er sich ungefähr eine Woche lang körperlich konsequent schont. Nachdem die Wunde verheilt ist und keine Schmerzen auftreten, kann man in der Regel wieder seinem gewohnten Alltag nachgehen.

Für den Geschlechtsverkehr gilt aber nach wie vor: es muss zunächst noch zusätzlich verhütet werden. Nach zwei bis drei Monaten wird der Patient zur ersten Nachuntersuchung eingeladen. Dort wird ein Spermiogramm erstellt, mit dessen Hilfe die Anzahl der Spermien im Ejakulat des Patienten festgestellt werden kann. Befinden sich noch Samenzellen im Ejakulat, gibt es nach wenigen Wochen eine weitere Untersuchung. Spätestens dann sollten keine Samenzellen mehr im Ejakulat vorhanden sein. Nachdem keine Spermien festgestellt werden konnten, ist die Sterilisation abgeschlossen und der Patient erfolgreich zeugungsunfähig. Die Sicherheit dieser Verhütungsmethode liegt bei nahezu hundert Prozent.

In sehr seltenen Fällen wachsen die Samenleiter erneut zusammen und geben den Weg für die Samenzellen wieder frei. Der Pearl-Index für die Sterilisation des Mannes liegt bei 0,1. Bei der Vasektomie handelt es sich in den allermeisten Fällen nicht um eine medizinisch notwendige Leistung. Daher werden die Kosten nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Die Kosten für den Eingriff sowie Beratung und Nachuntersuchungen betragen im Schnitt zwischen 400 und 500 Euro. Vergleicht man dies allerdings mit alternativen Verhütungsmitteln, gehört die Vasektomie zu den günstigsten, da sie nur einmal durchgeführt wird, aber ein lebenslang wirkt.

Weitere Bedenken, die interessierte Männer häufig äußern, betreffen die Potenz. Für die Vasektomie werden lediglich die Samenleiter an der Stelle oberhalb des Hodens durchtrennt. Potenz oder Lustempfinden werden dadurch nicht beeinflusst. Der einzige körperliche Unterschied zu vorher ist das Fehlen der Samenzellen im Ejakulat. Jedoch ist dies mit bloßem Auge nicht zu sehen. Die Samenzellen, die weiterhin produziert werden, werden im Nebenhoden einfach abgebaut. Durch eine Vasovasostomie (Refertilisierung) gibt es unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit eine Vasektomie rückgängig zu machen.

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